Das steckt hinter den Verbotsdiskussionen

Einfamilienhäuser vor dem Aus?

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Das Einfamilienhaus ist die beliebteste Wohnform in Deutschland. Rund 31 Prozent aller Haushalte besaßen 2018 ein Einfamilienhaus. Umso höher schlugen in den vergangenen Wochen die Wellen, als einige Politiker medienwirksam für ein Bauverbot von Einfamilienhäusern plädierten. Sie trugen vor allem ökologische Bedenken und eine bessere Flächennutzung vor. Dabei bestätigen sie nur einen Trend, der seit Jahren auf dem Immobilienmarkt zu beobachten ist.  

Zahl der Einfamilienhäuser sinkt

Die Zahl der fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Wurden im Jahr 2000 noch 229.700 Einfamilienhäuser gebaut, so sank die Fertigstellung bis auf 103.100 im Jahr 2019. Seit dem Jahr 2013 stagniert der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern und schwankt immer zwischen 100.000 und 105.000 Wohneinheiten.  

Auch ihr Anteil an den Baugenehmigungen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Auf 288.000 genehmigte neue Wohnungen bis November 2020 entfallen nur 109.000 auf Ein- und Zweifamilienhäuser. Das sind knapp 40 Prozent aller Baugenehmigungen. 169.000 Wohnungen entfallen auf Mehrfamilienhäuser. Das macht knapp 60 Prozent aller Baugenehmigungen aus. Rund 10.000 Wohnungen entstehen in Wohnheimen.

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Zahl der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern steigt

Seit dem Jahr 2010 werden wieder mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gebaut. Die Anzahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Wurden 2010 nur 53.000 Wohnungen neu gebaut, so waren es bis Ende November 2020 rund 169.000. Seit 2015 werden kontinuierlich mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als ein in Ein- und Zweifamilienhäusern gebaut.   

Ökologie

Die Kritiker weisen gerne darauf hin, dass Einfamilienhäuser aufgrund ihres vergleichsweise hohen Energieverbrauchs im Zeitalter der Ökologie und der knapper werdenden Ölvorkommen eine zu große Belastung für die Umwelt und die Gesellschaft sind. Das trifft vor allem auf die Gebäude im Altbestand zu, die häufig viel zu energieineffizient sind. Heute gibt es Einfamilienhäuser, die klimapositiv sind und Energie erzeugen, die sie sogar ins Netz einspeisen. Ein nachhaltig gebautes Einfamilienhaus ist aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen keinesfalls schlechter für die Umwelt als ein schlecht gebautes Mehrfamilienhaus.  

Preis

Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Laut Statista hat sich der Hauspreisindex von 2015 bis 2019 um 28,1 Prozent erhöht. Auch im Corona-Jahr 2020 konnte der Immobilienmarkt der Krise trotzen. Die Nachfrage ist sogar gestiegen. Gerade im Lockdown haben die Menschen festgestellt, wie wichtig etwas mehr Wohnraum und ein eigener Garten sind. Das treibt die Nachfrage nach Immobilien im Umland. Die Kaufpreise für Immobilien sind dort zum Teil stärker gestiegen als in den Städten. Es ist zu erwarten, dass der Homeoffice-Trend die Nachfrage nach mehr Platz im Grünen weiter verstärken wird. Hinzu kommen die anhaltend niedrigen Zinsen sowie die Suche nach einer werthaltigen Sachanlage, da aktuell im Markt sehr viel Geld vorhanden ist.

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