Unternehmen im Corona-Risiko

Erbschaftsteuernachzahlung?

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Der Corona-Lockdown trifft viele Branchen und Unternehmen ins Mark. Wegbrechende Umsätze, Beschäftigte in der Kurzarbeit, unterbrochene Lieferketten, unklare Förderkonzepte und teure Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, sind nur einige Beispiele für die täglichen Probleme, mit denen der Mittelstand in Deutschland zu kämpfen hat. Nun kommt auch noch das Risiko von Erbschaftsteuernachzahlungen hinzu, als sei das Finden eines guten Nachfolgers nicht schon schwierig genug. Worum geht es genau? Wo liegt ein Risiko?

Verschonungsregeln

Das deutsche Erbschaftsteuerrecht gewährt Unternehmensnachfolgern starke Vergünstigungen. So bleiben 85 Prozent des vererbten (verschenkten) Betriebsvermögens steuerfrei, wenn es unterhalb eines Wertes von 26 Mio. Euro liegt und folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Fortführung: Das Unternehmen wird mindestens fünf Jahre fortgeführt. Die Verschonung entfällt bei Verkauf, Betriebsaufgabe oder Veräußerung wesentlicher Betriebsteile.
  2. Keine Überentnahme: Der Erbe/Beschenkte entnimmt dem Unternehmen bis zum Ende der Behaltensfrist kumuliert nicht mehr Mittel als Gewinn erzielt wird.
  3. Einhalten der Lohnsumme: Weiterhin darf die Lohnsummenregelung nicht gebrochen werden. Sie ist erfüllt, wenn die Summe der Löhne und Gehälter in Summe während der 5 Jahre nach der Übertragung oder Vererbung des Betriebes 400 Prozent der Lohnsumme nicht unterschreitet. Sie ergibt sich aus dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre vor dem Jahr der Erbschaft/Schenkung. Demnach besteht ein Puffer für eine mögliche Personalkostensenkung von 20 Prozent. Für kleinere Unternehmen gibt es geringere Grenzwerte: 250 Prozent (6-10 Mitarbeiter), 300 Prozent (11-15 Mitarbeiter). Bei der Optionsverschonung bleiben 100 Prozent steuerfrei. Dafür darf die Lohnsumme dann nicht 700 Prozent in den nächsten sieben Jahren unterschreiten.

Corona-Risiken

Die Lohnsummenregelung soll verhindern, dass Unternehmensnachfolger Arbeitsplätze abbauen, da gerade der Erhalt von Arbeitsplätzen die Rechtfertigung für die starke steuerliche Privilegierung des Betriebsvermögens ist. In der aktuellen Corona-Krise wird diese grundsätzlich sinnvolle Lohnsummenregelung aber nun zu einer Gefahr für Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren an Nachfolger übergeben wurden und nun in der Corona-Krise Arbeitsplätze abbauen müssen, denn ein Verstoß gegen die Lohnsummenregelung führt zu einer erheblichen Steuernachzahlung.

Immerhin gibt es mittlerweile einen gleichlautenden Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 14.10.2020, wonach das Kurzarbeitergeld auch bei der Ermittlung der Lohnsumme berücksichtigt werden kann, sodass es sich im Ergebnis nicht nachteilig bei der Prüfung der Einhaltung der Lohnsumme auswirkt.

Wenn Sie Ihre Unternehmensnachfolge aktuell planen, sollten Sie die Entwicklung der Lohnsumme unbedingt berücksichtigen und den Übergabezeitpunkt eventuell besser in des kommende Wirtschaftsjahr verschieben.

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