Neuausrichtung und Restrukturierung

Maschinenbau im Wandel

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Der Maschinenbau war in den letzten Jahren technologisches Herzstück und Treiber der deutschen Wirtschaft. Tausende mittelständische Betriebe sind mit ihren Nischenprodukten weltweit führend. Doch der Wandel hat auch die Musterbranche erfasst. Es besteht für die meisten Unternehmen die dringende Notwendigkeit für eine strategische Neuausrichtungen und eine digitale Restrukturierung.

Maschinenbau in Zahlen

Nach Angaben des VDMA Verbands Deutscher Maschinenbauer betrug der Umsatz im deutschen Maschinenbau 2020 rund 203 Mrd. Euro. Das waren 11 % weniger als noch 2019. Im ersten Quartal 2021 gab es zwar eine Erholung von 7 %, aber inzwischen trüben die Lieferkettenprobleme und Preissteigerungen bei Vorprodukten das Bild. Es herrscht Unsicherheit, zumal der deutsche Maschinenbau mit seinen rund eine Million Beschäftigten stark exportabhängig ist. So gingen 2020 rund 161 Mrd. Euro in den Export, davon 46 Mrd. Euro in die EU und 18 Mrd. Euro nach China. Der deutsche Maschinenbau war und ist damit der Stolz der Deutschen, obwohl es von den Zahlen her bedeutendere Branchen gibt. So erwirtschaften etwa im Groß- und Außenhandel 6,4 Millionen Beschäftigte einen Umsatz von 2,2 Billionen Euro. Im Gastgewerbe betrug der Umsatz vor Corona knapp 100 Mrd. Euro und die Zahl der Mitarbeiter über 400.000.

Veränderungsdruck steigt

Von der Einführung des Euro konnte besonders der Maschinenbau profitieren. Der Euro, der durch die Einbindung der Weichwährungsländer Südeuropas schwächer war und ist als die frühere D-Mark, hat die deutschen Maschinen auf dem Weltmarkt verbilligt. Gleichzeitig stiegen die Löhne in Deutschland nur moderat. Darunter gelitten hat die Produktivität, die seit Jahren stagniert. Das fällt dem Maschinenbau nun vor die Füße. Die Digitalisierung und Klimapolitik zwingen nun zu hohen Investitionen, um international Schritt halten zu können. Auch der Umbau der deutschen Automobilindustrie hin zur E-Mobilität stellt viele mittelständische Lieferanten von Verbrennertechnologien vor große Herausforderungen.

Druck entsteht auch durch China. Nach Angaben des VDMA haben chinesische Maschinenbauer 2020 ihre deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt überholt. Chinesen exportierten letztes Jahr Maschinen im Wert von 165 Mrd. Euro, was einem Marktanteil von 15,8 Prozent entspricht. Sie lagen damit knapp vor den Deutschen mit 162 Mrd. Euro. China hat damit eindeutig von der Corona-Pandemie profitiert. Doch es könnte für deutsche Maschinenbauer noch schlimmer kommen. Mit ihrer Industriestrategie "Made in China 2025" plant die chinesische Regierung eine technologische Vorherrschaft und Unabhängigkeit auch vom deutschen Maschinenbau. Hinzu kommen anhaltende Probleme in den internationalen Lieferketten, steigende Importpreise (Vorprodukte) und die Tendenz zur Deglobalisierung, auch Decoupling oder Re-Regionalisierung genannt.

Strategien deutscher Mittelständler

Wie reagieren nun deutsche Unternehmen auf die globalen Veränderungen und den Wachwechsel im weltweiten Maschinenbaumarkt? Einige versuchen sich auf die Billigstrategie einzulassen. Doch da sitzen die Chinesen am längeren Hebel. Sie produzieren Maschinen befreit von hohen Sicherheitsstandards und mit weniger Funktionen. Wenig komplexe Billigmaschinen sind nicht Sache der Deutschen. Das geht an die Ehre der Ingenieure. So verfolgt etwa der Schmallenberger Maschinenbauer Transfluid eher eine Nischenstrategie und setzt auf digitale Präzisionstechnik und Millimetergenauigkeit. Ob das auf Dauer die Chinesen auf Distanz hält, bleibt abzuwarten. Deutsche Unternehmen müssen jedenfalls noch innovativer sein und stark auf die digitale Karte setzen.

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